Beschissene Umarmungen
P14 der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin
Dieses Land! Solch ein Land, dass ich meinen Augen nicht traue. Hunderttausende damit beschäftigt, zu essen, zu trinken, zu kaufen, zu ficken … andere Interessen? Keine … Es ist ein sehr schönes Land. Wenn ich ein solch talentierter Architekt wäre wie Sie, ich würde es abreißen. „Beschissene Umarmungen!“: Auf eigene Weise zu lügen ist immerhin besser, als fremde Wahrheiten (die es ja dann doch nicht gibt) nachzuplappern. Im ersten Fall bist du ein Mensch, im zweiten höchstens ein Vogel. Mit fremden Wahrheiten kannst du das eigene Leben ersticken. Ich bin zwar kein Fachmann auf diesem Gebiet, aber so funktioniert wohl Unterdrückung. Dafür gibt es ja Beispiele genug.
Julia: „Wenn man den Roman liest, kann man sich nur schwer eine Verfilmung vorstellen. Darüber hinaus wurde damals, als der Roman verboten werden sollte, gesagt, es handle sich um einen pornografischen und faschistoiden Roman. Wie würdest du das beurteilen?“ Lisa: „Jeder, der sich an Grenzen begibt, an gesellschaftliche Grenzen, oder alles, was sie übertritt, muss zwangsläufig in dieser Gesellschaft pornografisch sein, und jede denkbare Utopie birgt natürlich in sich die Gefahr faschistoider Momente. Das ist ganz klar.“
„Das ist Theater pur. Hier will niemand ins Off. Die ungebremste Spiellust lässt Goethes und Fassbinders Figuren an der Rampe in einem anderen Licht erscheinen. Der Drang nach Freiheit jenseits aller Ideologie bringt sie dazu, gemeinsame Sache zu machen: ‚Theater kann eine schöne Lüge sein!‘“
Manuela Gerlach (Jury)
Regie: Jan Koslowski
Künstlerische Mitarbeit: André Hegner
Kostüm: Nina Kroschinske
Maske: Juliane Schulz
Licht: Marcel Blüthgen, David Winter
Ton/Video: Gabriel Anschütz
Fotos: Kirrily Lynch
P14 Leitung: Vanessa Unzalu-Troya
Mit:
Lisa Hrdina, Nele Stuhler, Sarah Gailer, Irina Sulaver,
Julia Forne, Philine Haase, Niklas Vogt, André Hegner
Special Guests:
Judith Gailer, Patty Ungruh
Dauer: ca. 75 Minuten
Weitere Infos: www.volksbuehne-berlin.de
