Politik der Unsterblichen
1985 entdecken die US-Wissenschaftlerinnen Blackburn und Greider in einer Gattung der Wimperntierchen das Enzym Telomerase. Es verhindert die Verkürzung der Chromosomen bei der Zellteilung und kann somit den Alterungsprozess aufhalten. Ewige Jugend, die Vision einer unsterblichen Gesellschaft scheint greifbarer als je zuvor … So verführerisch die Vorstellung von der Unsterblichkeit auch sein mag, wird sie in der Massenkultur doch bekämpft, sei es in Bram Stokers „Dracula“oder in B-Movies und Horrorfilmen, in denen Untote als Schreckgestalten erscheinen. Spätestens mit der Vergabe des Medizin-Nobelpreises 2009 an Blackburn und Greider müssen auch diese Szenarien neu gezeichnet werden. Soziale, religiöse und politische Fragen stellen sich neu. Der russische Philosoph Fedorov forderte gar, Unsterblichkeit als Menschenrecht zu verankern. Was aber passiert, wenn das alles wahr würde? Was passiert, wenn wir tatsächlich aus der sicheren Ordnung des Sterbens gerissen würden? „Politik der Unsterblichen“erzählt von einer Gemeinschaft, die vor dieser (R)Evolution steht, die sich am Ende aber nicht einmal mehr für ihr Ende selbst entscheiden kann.
Sebastian Börngen
Text & Regie: Angela Mund, Sebastian Börngen
Mit: Shirin Amara, Thomas Hirsch, Nina Krake, André Krauß, Sophie-Luise Lenk, Sebastian Liegmann, Felix Mücke, Diana Nitschke, Melanie Protze, Linda Schymanski














