Schlachthöfe

Punk-Opera frei nach Motiven von Bertolt Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“

Johanna glaubt an das Gute im Menschen. Sie spendet für Afrika, ist im Tierschutzverein und kauft Bioprodukte. In ihrer Freizeit arbeitet sie ehrenamtlich mit Waisenkindern und hilft alten Menschen immer gerne über die Straße. Selbst im Winter steht sie vor dem Arbeitsamt und verteilt Suppe an Hartz-IV-Empfänger. Die Beamten bekommen auch einen Teller, schließlich machen die ja auch nur ihren Job. Genau wie die Politiker, die haben bestimmt noch viel mehr Sorgen als die armen Arbeitslosen, bei so vielen schweren Entscheidungen. Gegen Atomkraft hat Johanna allerdings auch demonstriert. Aber natürlich nur friedlich. Denn sie hat ihre Prinzipien. Als ob Gewalt jemals etwas anderes angerichtet hätte als Zerstörung.
Was sie allerdings nicht versteht, ist, warum viele Menschen keine Arbeit haben. Trotz der Warnungen ihrer Freunde will sie es wissen und begibt sich auf die Suche nach einer Antwort in den Tiefen der kapitalistischen Gesellschaft. Sie spricht mit Journalisten, militanten Revolutionären und Industriellen. Einer davon ist Mauler, Großkonzernbesitzer und selbst erklärter Philanthrop. Er investiert in Ökostrom und Fair-Trade-Produkte. Und verdient damit selbstverständlich Geld. In Krisenzeiten ruft er nur „Hurra! Eine Rezession! Da lässt sich Geld machen!“ Der Wirtschaftler erkennt natürlich sofort das Potenzial der gutgläubigen Johanna und weiß sich das Mädchen zunutze zu machen …

                                              Spinnwerk

Regie und Textfassung: Gabriela Gillert
Musikalische Leitung: Florian Walter, Dominik Käufl Dramaturgie: Franziska Eisele
Kostüme: Judith Hanke
Mit: Alexander Jacob Friebel, India-Maria Nagler, Steffen Reinhardt, Antje Renhak, Patrick Schlegel, Erik Schmidt, Christoph Sommerfeldt, Natalia Steckel, Baris Tangobay, Fred Turrak, Stefan Voigt

Ab 23. März im Spinnwerk, 7 € / 5 €

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