Spinnwerk goes Centraltheater
Spinnwerk-Festival
100 Spinnwerker, 20 Veranstaltungen, 10 Produktionen, 6 Spielorte, 3 Tage, 1 Festival. Das Spinnwerk verlässt seine heimische Bühne im wilden Westen Leipzigs und zieht für drei Tage ins Centraltheater. Ein Jahr lang hat die junge Spielstätte an Projekten zum Spielzeitthema „Genug empört, jetzt wird gehandelt!“ gearbeitet. Dabei entstanden Inszenierungen, Performances, Vorträge, Installationen, Lesungen und Konzerte. Vom 6.–8. Juli gibt es all das im Centraltheater zu sehen.
FREITAG, 06.07.
17.30 Check-in, Garderobenfoyer
18.30 APPle, Großer Saal
19.30 Schlachthöfe, Großer Saal
22.00 Zusammenkunft der Erben, Garderobenfoyer
23.00 Party, Garderobenfoyer
24.00 The Real Fucking Benefiz, Erfrischungsfoyer
SAMSTAG, 07.07.
11.00 Subversion, Hinterbühne
12.00 Zärtliche Rebellen VII, Rangfoyer
13.00 LiveJam, Weißes Haus
14.00 Workshops, Garderobenfoyer
17.30 Nicht-Orte, Rangfoyer
18.30 BÄÄM – The last day, Probebühne
19.30 Kein Fehler im System, Großer Saal
21.00 Konzert, Garderobenfoyer
21.30+22.30 For the Record, Keller
SONNTAG, 08.07.
10.00 Biskra. On Stage, Hinterbühne
12.00 Integrier dich selbst., Probebühne
13.00 LiveJam, Weißes Haus
14.00 Workshops, Garderobenfoyer
16.00 Hamlet und der 11. September, Hinterbühne
18.30 Bambule. Ulrike Meinhof, Großer Saal
PRODUKTIONEN
APPle
Außerparlamentarisches Parlament Leipzig
Es ist so weit: Das Außerparlamentarische Parlament Leipzig trifft sich zu seiner großen Tagung. Während der ganzen Spielzeit war Präsident Martin mit dem Spinnwerk-Mobil unterwegs und hat Stimmen gesammelt. Ein Jahr lang hat er versucht, jedem Leipziger die Möglichkeit zu geben, sich im Außerparlamen-tarischen Parlament selbst zu vertreten. Nun tagt APPle zum ersten Mal auf der großen Bühne mit Bildern, Videobeiträgen und Impressionen aus einem Jahr Wahlkampftour.
06.07., 18.30–19.30 Uhr, Großer Saal, 0 €
SCHLACHTHÖFE
Punk-Opera frei nach Motiven von Bertolt Brecht
Johanna glaubt an das Gute im Menschen. Sie kauft Bionade, spendet für Afrika und engagiert sich im Tierschutzverein. Was sie jedoch nicht versteht, ist, warum so viele Menschen keine Arbeit haben. Trotz der Warnungen ihrer Freunde will sie es wissen und begibt sich auf die Suche nach der Antwort, in die Tiefen der kapitalistischen Gesellschaft.
Regie: Gabriela Gillert
06.07., 19.30–21.15 Uhr, Großer Saal, 7 € / 5 €
SUBVERSION
Eigenproduktion
Wenn man an einem bunten Stück Hauswand, einem Schablonenbild auf einem Stromkasten oder einem krakeligen Schriftzug vorbeikommt, hält mancher das vielleicht für Vandalismus, mancher für Kunst. Und ein paar Leute würden dafür sogar Geld ausgeben. Viel Geld. Eine Streetart-Crew will mit ihrer Kunst die Stadt verschönern. Passanten zum Lachen bringen. Leute provozieren. Menschen zum Nachdenken anregen. Etwas bewegen. Bis sie eines Tages bei einer Aktion erwischt und festgenommen werden.
Regie: Patrick Schlegel
07.07., 11–12 Uhr, Hinterbühne, 7 € / 5 €
ZÄRTLICHE REBELLEN VII
Szenische Werkstattlesung
A: Die Frage, die ich mir hier stelle, ist, wenn man rausgeht, wo liegt da der Mehrwert? Ich sehe da keinen Mehrwert.
B: Warum brauchen alle seit Neuestem Mehrwert?
C: Was ist Mehrwert?
B: Das ist, wenn du aufhörst zu behaupten, du machst etwas, um dich auszudrücken, und beginnst zu behaupten, du könntest was verändern.
C: Das ist doch bescheuert.
B: Das ist Mehrwert.
A: Warum redet keiner mehr über Klimawandel?
C: Was?
07.07., 12–12.45 Uhr, Rangfoyer, 7 € / 5 €
BÄÄM – THE LAST DAY
frei nach Tschingis Aitmatow
Junges Spinnwerk
Wir schreiben das Jahr 2012 und die Erde wird am 21. Dezember endgültig untergehen – oder auch nicht. Was aber wäre, wenn die Maya recht gehabt hätten mit ihrer Prophezeiung? In Erwartung der Apokalypse zappen wir uns durch den allerletzten Tag. Die Schauspieler des JUNGEN SPINNWERKS im Alter von 8 bis 14 Jahren verwandeln die Bühne in eine Reality-TV-Show, in der aus Spiel Ernst wird – und umgekehrt.
Regie: Katharina Wessel
07.07., 18.30–19.30 Uhr, Probebühne, 7 € / 5 €
KEIN FEHLER IM SYSTEM
Intergenerative Eigenproduktion
„Meine Schwester half Mutter in der Küche. Ich warf mir die Schürze um und wischte den Esstisch ab. In der Küche roch es so gut, dass mir das Wasser im Mund zusammenlief. Mein Bruder erzählte Vater von seinen schulischen Leistungen. Das Lächeln meines Vaters wurde breiter. Mutter rief aus der Küche.
Kurze Zeit später nahmen wir alle am Tisch Platz. Das Essen war nahrhaft und lecker.“ Wir waren normal.
Regie: Mathilde Lehmann
07.07., 19.30–21 Uhr, Großer Saal, 7 € / 5 €
BISKRA. ON STAGE
Autobiografische Operninstallation frei nach Franz Kafka
Ein Jahr nach dem Fall der Mauer reist der junge Algerier Azzedine in die ehemalige DDR. Er gründet eine Familie, mit Petra. Konflikte sprengen den Familientraum. Neue Stadt, falsche Chancen, Einsamkeit und letztendlich der Kontaktverlust. Die Schuldfrage beantwortet die juristische Instanz. Abschiebung nach Algerien, denn die Asylpolitik hat klare Ziele.
Regie: Jasmina Rezig
08.07., 10–11.30 Uhr, Hinterbühne, 7 € / 5 €
INTEGRIER DICH SELBST.
Eigenproduktion
Das hatte sich Alice aber irgendwie anders vorgestellt, Wunderland ist gar nicht wunderschön, es ist eine riesige Baustelle. Auch die Einwohner von Wunderland sind unzufrieden und beschließen zu streiken. Aber lässt sich damit tatsächlich das Problem lösen oder befindet sich der Schlüssel ganz woanders?
Die Jugendinitiative Art Brut zeigt eine eigenwillige Adaption von ALICE IM WUNDERLAND und spürt zynisch und selbstironisch Klischees von und über Behinderung in der Gesellschaft nach. Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert.
Theaterpädagogische Begleitung: Katharina Wessel
08.07., 12–13 Uhr, Probebühne, 7 € / 5 €
HAMLET UND DER 11. SEPTEMBER
frei nach William Shakespeare
Gertrud will mit einer Gala ihres Mannes und der Opfer gedenken, die vor 10 Jahren im WTC ums Leben kamen. Ihr Sohn Hamlet boykottiert diese Idee, er ist misstrauisch. Wie konnte es sein, dass neunzehn Hijacker es schafften, mit Teppichmessern vier Flugzeuge zu entführen und drei Wolkenkratzer zu pulverisieren? Es ist etwas faul in diesem Staat.
Regie: Gabriela Gillert
08.07., 16–18.15 Uhr, Hinterbühne, 7 € / 5 €
BAMBULE. ULRIKE MEINHOF
Eigenproduktion frei nach Ulrike Meinhofs „Bambule“
1969. Ulrike Meinhof schreibt das Drehbuch zum Fernsehspiel „Bambule“. Es erzählt von einem Mädchenheim in West-Berlin, den autoritären Zuständen. Dann Bambule. 1970 soll der Film im SWF ausgestrahlt werden. 10 Tage vorher: Andreas Baader wird gewaltsam aus dem Gefängnis befreit. Die RAF ist gegründet.
„Wir wollen mehr Demokratie wagen“, so Brandt. Wir sind da skeptisch. Wir wollen eher mehr Protest wagen. Radikalitätskonzepte ausprobieren. So wie die Meinhof. Und natürlich darf geschossen werden.
Regie: Ricardo Endt, Paula Schumann
08.07., 18.30–20 Uhr, Großer Saal, 7 € / 5 €
RAHMENPROGRAMM
SPONTANE ZUSAMMENKUNFT DER ERBEN
Improvisations-Theater von Uschis Erben
Uschis Erben mal anders. Die Improvisationstheatergruppe des Spinnwerks wird auf dem Festival eine ihrer berühmt-berüchtigten Improshows darbieten. Aber nicht nur das: Die Improspieler werden euch auch durch
das gesamte Festival begleiten. Entdeckt dabei, welche Charaktere sich wirklich hinter den Erben verbergen!
06.07., 22–23 Uhr, Garderobenfoyer, 0 €
THE REAL FUCKING BENEFIZ
Candlelightdinner für den guten Zweck
„Ein Kind, das verhungert, wird ermordet.“ (Jean Ziegler) Ihr sagt, wir Reichen spenden, um unser Gewissen zu beruhigen. Na ja, wir haben wenigstens eins und teilen unseren Reichtum. Schließlich können wir ja nichts dafür, dass andere ärmer sind als wir. Deswegen hat uns die Gräfin zu einem 7-Gänge-Festessen eingeladen. Ihr dürft zugucken, was serviert wird. Nur gucken, nicht essen.
06.07., 24–1.20 Uhr, Erfrischungsfoyer, 0 €
NICHT-ORTE
Werkstattpräsentation
Was ist ein Ort? Was ist ein Nicht-Ort? Und nicht zuletzt: Welche Möglichkeiten der Intervention und künstlerischen Auseinandersetzung bieten sie? Im Rahmen der Werkstatt wurde performativ der öffentliche Raum zwischen Konsumtempeln und Straße, vom Park bis zum Parkplatz, von der Tankstelle bis zur Tram untersucht. Die Ergebnisse werden in einer Diskussion vorgestellt.
07.07., 17.30–18 Uhr, Rangfoyer, 0 €
KONZERT
In der letzten Spielzeit wurde im Spinnwerk nicht nur Theater gemacht, sondern auch Musik. Tonkünstler, die uns in Produktionen, Lesungen oder Konzerten musikalisch bereichert haben, vereinigen sich zum Festival auf der Bühne, um Musik ohne großes Theater zu machen.
07.07., 21–1 Uhr, Garderobenfoyer, 0 €
FOR THE RECORD
Performance-Installation
Die HALLE 14 und das Spinnwerk in Kooperation: Junge Macher haben sich auf die Suche nach „Empörung“ im Medienarchiv der Kunstbibliothek der HALLE 14 begeben. Aus der Sichtung des Materials entstanden Collagen, individuelle Kombinationen und neue theatrale Inszenierungen.
07.07., 21.30–22 und 22.30–23 Uhr, Keller, 0 €
WORKSHOPS
Mit dem Festivalpass hat man nicht nur die Möglichkeit, alle Veranstaltungen des Festivals zu besuchen, sondern auch an den Workshops teilzunehmen. Nicht nur Theater anschauen, sondern auch machen, lautet hier die Devise. Unter Leitung von professionellen Theatermachern kann man sich in verschiedenen Bereichen des Theaters ausprobieren. Die Ergebnisse werden beim großen Festivalabschluss im Centraltheater präsentiert.
07.07., 14–17.30 Uhr, 08.07., 14–15.30 Uhr, Treffpunkt Garderobenfoyer
Eine Kooperation mit Radio Blau: Das Spiel „find the feedback“ wird im Rahmen des Workshops „We move! Quer durch die Stadt!“ am Samstag, den 7. Juli ab 15 Uhr live gesendet.
INFRASTRUKTURELLES
Centraltheater
Kartentel. (0341)1268-168, Fax: (0341)1268-169, Mail: besucherservice@schauspiel-leipzig.de, Kassenöffnungszeiten: Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–13 Uhr, Abendkasse 1,5 Stunden vor Veranstaltungsbeginn
Preise
Festivalpass für alle Veranstaltungen und Workshops: 20 € / 15 €, Einzelpreise wie angegeben
Anfahrt
ÖPNV: Linie 1, 14/Haltestelle: Gottschedstraße; Linie 9/Haltestelle: Thomaskirche, Centraltheater. Das Centraltheater ist für Rollstuhlfahrer barrierefrei zugänglich. Bitte informieren Sie uns vorab unter (0341)1268-168.























